Bundesverwaltung admin.ch
Departement für auswärtige Angelegenheiten
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA
DEZA – weltweit vor Ort

Besuchen Sie die Websites der Schweizer Kooperationsbüros.

Schweiz
Schweiz 
Suchen in:


Einkommensförderung
Märkte und Einkommen erschliessen
Mit dem Anbau von Kartoffeln können Kleinbauern in Entwicklungsländern ihre Ernährungslage verbessern. Aber nicht nur: Die Knollenpflanze bietet ihnen gleichzeitig auch die Chance, eine Einkommensquelle zu finden oder ihre Einkünfte zu steigern, insbesondere durch den Anschluss an neue Absatzmärkte. Die Programme der DEZA in Bhutan, Peru und der Mongolei sind überzeugende Beispiele dafür.

Landwirtschaftliche Produktionssysteme optimieren und Einkommen schaffen: diesen Entwicklungsansatz verfolgt die DEZA seit Jahrzehnten. Deshalb fördert sie den Kartoffelsektor und insbesondere landwirtschaftliche Kleinbetriebe. In der Vergangenheit setzte sie dabei die Akzente direkt beim Kartoffelanbau. Heute legt sie mehr Gewicht auf die Steigerung der Einkommen durch qualitativ hochstehende Produkte und eine optimal koordinierte Produktionskette.

Bhutan: Verkauf von Saatgut an die Nachbarländer

In Bhutan erzielten die Kleinbauern im Hochgebirge dank optimierter Produktions- und Vermarktungsverfahren mit dem Anbau von Kartoffeln höhere Einnahmen. Dadurch konnten sie weitere Nahrungsmittel und lebenswichtige Produkte erwerben, sich ein Dach über dem Kopf erwirtschaften und die Kinder in die Schule schicken.

Zu Beginn der 60er-Jahre wurden die ersten Strassen gebaut, die Bhutan mit den Märkten in den südlichen Nachbarländern verbanden. Die Kleinbauern begannen mit dem Verkauf von qualitativ gutem Saatgut an die Bauern in den Ebenen. Kartoffeln gedeihen in der kühleren Jahreszeit auch in niedrig gelegenen Gebieten. Die Knollen werden somit das ganze Jahr über angebaut und angeboten. Heute verkauft Bhutan Saatgut an Bangladesch, und es exportiert 40 bis 50 Prozent seiner Kartoffeln nach Indien. Dank des Knollengewächses konnte sich das Land in die Marktwirtschaft integrieren. Die DEZA war lange Zeit der grösste Geldgeber für Kartoffel-Programme in Bhutan.
Jahr der Kartoffel
Die Kartoffel, heute und morgen
Einheimische Kartoffelsorten erobern die Supermärkte
Flash Player 8 needed

Jahr der Kartoffel
Die Kartoffel, heute und morgen
Kartoffelboom in den Reisregionen
Flash Player 8 needed

Einheimische Kartoffelsorten in den Regalen der peruanischen Supermärkte

Eine weitere positive Wirkung der Unterstützung besteht darin, dass die gesamte Kartoffelpalette mit Tausenden von Sorten erhalten bleibt und genutzt wird. Eine nachhaltige Bewirtschaftung der genetischen Vielfalt der Kartoffel ist äusserst wichtig, sowohl für die Nahrungssicherheit als auch für den Erhalt von Lebensräumen, Gesundheit und Umwelt. Zwei Querschnittkomponenten der DEZA-Programme betreffen die Erweiterung und Entwicklung der Kapazitäten der Kleinbauern und die Förderung neuer Partnerschaften.

In Peru, das zusammen mit Bolivien über die grösste Kartoffelvielfalt der Welt verfügt, wird diese denn auch für neue Absatzmöglichkeiten genutzt. Das Programm „T'ikapapa“ schafft eine Verbindung zwischen den Kleinproduzenten einheimischer Kartoffelsorten und den städtischen Märkten. Lanciert wurde diese Initiative von Papa Andina, einem Regionalprogramm, das mit Unterstützung der DEZA von drei nationalen Partnern in Peru, Bolivien und Ecuador umgesetzt und vom Internationalen Kartoffelzentrum (CIP) koordiniert wird. Heute verkaufen zwei Supermarktketten in Lima die Kartoffelsorten, welche die Bauernorganisationen liefern, unter dem Label T’ikapapa (Quechua für Kartoffelblume). Rund 500 Bauernfamilien im Hochland der peruanischen Anden konnten so ihr Einkommen steigern. Im Mittelpunkt steht ein Qualitätsprodukt, das für die anspruchsvolle städtische Kundschaft, die in der Regel wenig über die Sortenvielfalt der einheimischen Kartoffeln weiss, attraktiv verpackt und präsentiert werden muss. Ein anderer Marketing-Aspekt betont die Tatsache, dass das Knollengewächs ein wichtiger Aspekt der kulturellen Identität Perus ist.

Produktion von Saatgut in der Mongolei

Nachdem die Mongolei lange Zeit Kartoffeln exportierte, mussten während der Übergangsphase zur Marktwirtschaft 40 Prozent des Bedarfs aus China eingeführt werden. Damals verschwanden die grossen Produktionsbetriebe aus der Sowjetepoche. An ihre Stelle traten 35'000 Kleinbauern mit schwachen Ressourcen. Viele versuchten es mit Viehzucht, verloren aber ihre Tiere häufig wegen Trockenheit und Kälte. Der Anbau von Kartoffeln bot insofern ein vielversprechendes Potenzial, als die Mongolei in der Halbwüste der Hochebenen über genügend Boden und Wasser verfügt. Der Anbau der Kartoffel steht somit im Zentrum einer Strategie, mit der die mittellose ländliche Bevölkerung nicht nur ihre Lebensmittelversorgung verbessern, sondern auch neue Einnahmen erzielen kann.

In der 2004 lancierten Partnerschaft zwischen der DEZA und der Mongolei liegt der Schwerpunkt auf der Produktion von qualitativ hochstehendem Saatgut im Rahmen eines dezentralen Systems. Innerhalb von drei Jahren nahm der Ertrag dank der neu angebauten Sorten so stark zu, dass der Bedarf einer halben Million Menschen gedeckt werden kann. Gewisse Schwierigkeiten bestehen weiterhin, etwa das Problem geeigneter Lagermöglichkeiten während der äusserst strengen Winter. Derzeit wird im Rahmen des Programms geprüft, wie die Einkünfte der Kleinbauern noch weiter verbessert werden könnten – durch die Entwicklung von Produktionsmethoden für Saatgut und die Erforschung effizienter Vertriebskanäle (Wertschöpfungsketten).

Weiterführende Informationen und Dokumente