Suchen in:

Ernährungssicherheit
Gewappnet vor Hunger dank Kartoffeln
Kartoffeln ergeben pro Flächeneinheit mehr Kalorien als jede andere Nutzplanze. Sie enthalten wichtige Nährstoffe und bieten der Bevölkerung in ländlichen Anbaugebieten eine Einkommensquelle. Aus diesem Grund kann die Kartoffel bei der Bekämpfung von Hunger und Armut eine entscheidende Rolle spielen. Mit den Programmen der DEZA in Bhutan, Nepal und Nordkorea wurden denn auch beeindruckende Erfolge erzielt.
| Die Kartoffel ist das viertwichtigste Grundnahrungsmittel der Welt nach Reis, Weizen und Mais. Das Knollengewächs gedeiht unter verschiedensten
klimatischen Bedingungen und in vielfältigen Ökosystemen, sowohl 4000 Meter über Meer im Hochland der Anden als auch in den subtropischen Ebenen Indiens. Die Qualitäten der Knolle aus Ernährungssicht
sind unbestritten: Sie enthält viel Kohlenhydrate, Protein und Vitamin C und ist damit eine gute Energiequelle. Deshalb kann sie wesentlich zu einer besseren Gesundheit der ländlichen Bevölkerung in
Entwicklungsländern beitragen. Bhutan: Über die Selbstversorgung hinaus Bescheidene Fläche, Berggebiete,
Binnenstaat: Diese Gemeinsamkeiten erleichterten die enge Zusammenarbeit zwischen Bhutan und der Schweiz, die vor über 40 Jahren ihren Anfang nahm. Das Königreich im Himalaya legte den Schwerpunkt
auf die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung. Kartoffeln, Käse und Viehzucht waren die sichtbarsten Ergebnisse dieser Aktivitäten. Von der Kartoffel, die im 18. Jahrhundert ins Land
eingeführt wurde, wird heute doppelt so viel produziert wie 1970. Dazu hat auch die Schweiz mit der Einführung neuer Sorten un der Unterstützung bei der Produktion von Saatkartoffeln und der
Vermarktung beigetragen. Diese Entwicklung veränderte das Leben zahlreicher Menschen in Bhutan. |
![]() Die Kartoffel, heute und morgen 2008 - Warum ein internationales Jahr für die Kartoffel? Flash Player 8 needed |
Die Kartoffel wurde vor allem von Kleinbauern in Berggebieten angebaut und war dabei für viele die einzige Einnahmequelle. Der Aufwärtstrend sowohl bei der Produktion als auch beim Konsum sowie der Bau von Strassen löste eine Kettenreaktion aus: Einerseits verbesserte sich die Ernährungslage der Bevölkerung wesentlich (bessere Ernährung, bessere Gesundheit), andererseits stieg ihr Einkommen. Heute gehören die Menschen in Bhutan zu den grössten Kartoffelessern Asiens. Dank dieser spektakulären Veränderungen schafften sie den Schritt von der Selbstversorgung zum Verkauf von Kartoffeln und Saatkartoffeln an die Nachbarländer.
Eine bessere Ernährung für eine Million Menschen in Nepal
In Nepal ist der Kartoffelertrag
zwischen 1986 und 2004 von 6 auf 12 Tonnen pro Hektare gestiegen, und seit 1970 hat sich die Produktion versechsfacht. Heute ist die Kartoffel in Nepal nach dem Reis das zweitwichtigste
Grundnahrungsmittel. Der Konsum hat sich seit 1990 fast verdoppelt und ist auf 51 Kilo pro Jahr und Person gewachsen. Für mehr als eine Million Personen, vor allem Kleinbauern, bedeutet dies genügend
Nahrung und zusätzliche Einkünfte.Der Schlüssel zum Erfolg lag dabei in der Zusammenarbeit zwischen der nepalesischen Regierung und dem Internationalen Kartoffelzentrum mit Sitz in Lima (Peru). Das von der DEZA unterstützte CIP half bei der Erarbeitung eines nationalen Kartoffelprogramms, bei der Auswahl der Sorten, bei der Lancierung der Saatgutproduktion und bei der Verbesserung des Beratungsangebots im Bereich Kartoffelanbau.
Nordkorea: Eine Antwort auf die Nahrungskrisen
In Nordkorea trägt die Kartoffel ganz
wesentlich zur Nahrungssicherheit der Bevölkerung bei. Das von der übrigen Welt isolierte Land litt in den 1990er-Jahren unter Hungersnöten und misst dem Sektor entsprechend grosse Bedeutung bei.
Innerhalb von zehn Jahren wurde die Anbaufläche von 50'000 auf 200'000 Hektaren ausgedehnt, und der Kartoffelkonsum stieg von 16 auf 60 kg pro Person. Die Zusammenarbeit zwischen der DEZA und den
nordkoreanischen Partnern umfasste die Verbesserung der Saatgutqualität und der Anbaumethoden (Schädlingsbekämpfung, sinnvoller Düngereinsatz). Zudem ging es darum, neue Lagermethoden einzuführen und
das einheimische Personal in Saatgutproduktionstechniken auszubilden.Kartoffeln in Entwicklungsländern immer gefragter
Die weltweite Kartoffelproduktion
nimmt seit 10 Jahren kontinuierlich zu. In den Entwicklungsländern ist das Produktionsvolumen sogar schneller gewachsen als bei anderen Lebensmitteln, namentlich in Asien, wo China zum weltweit
grössten Produzenten avanciert ist. Die Nachfrage nach Kartoffeln erlebt in Asien, Afrika und Lateinamerika einen klaren Aufwärtstrend. In Afrika und Lateinamerika werden zwar noch deutlich weniger
Kartoffeln geerntet als in Asien und Europa, 2006 wurde aber dennoch ein neuer Rekord erreicht. Auch konsumiert wird noch weniger, die Tendenz ist aber steigend. In den Entwicklungsländern hat der
Kartoffelkonsum von 10 Kilo Anfang der 60er-Jahre auf fast 22 Kilo pro Kopf im Jahr 2003 zugenommen.Weiterführende Informationen und Dokumente
- Kartoffel-Revolution in Bhutan: Resultate der Partnerschaft
Asia Brief - Februar 2008
Download (PDF, 586 KB) : [de] [en] [fr] - Kartoffelboom in der Reisregion
Asia Brief - Februar 2008
Download (PDF, 2700 KB) : [de] [en] [fr] -
International Potato Center (CIP)
http://www.cipotato.org -
UN - International Year of the Potato 2008
http://www.potato2008.org/ - Steigende Nahrungsmittelpreise – was tut die DEZA?
Bescheidene Fläche, Berggebiete,
Binnenstaat: Diese Gemeinsamkeiten erleichterten die enge Zusammenarbeit zwischen Bhutan und der Schweiz, die vor über 40 Jahren ihren Anfang nahm. Das Königreich im Himalaya legte den Schwerpunkt
auf die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung. Kartoffeln, Käse und Viehzucht waren die sichtbarsten Ergebnisse dieser Aktivitäten. Von der Kartoffel, die im 18. Jahrhundert ins Land
eingeführt wurde, wird heute doppelt so viel produziert wie 1970. Dazu hat auch die Schweiz mit der Einführung neuer Sorten un der Unterstützung bei der Produktion von Saatkartoffeln und der
Vermarktung beigetragen. Diese Entwicklung veränderte das Leben zahlreicher Menschen in Bhutan.