Gründung
1944
Hauptsitz
Washington
Mitglieder
186 Staaten
Organe
Gouverneursrat als oberstes Entscheidungsgremium; Exekutivdirektorium als operatives, ständiges Entscheidungsgremium mit 24 Mitgliedern
Schweizer Exekutivdirektor
Joerg Frieden
Präsident
Robert B. Zoellick (USA)
Personal
ca. 10'000 Mitarbeitende weltweit
Finanzierung
über die internationalen Kapitalmärkte (IBRD), Mitgliederbeiträge (IDA), Gewinne der IBRD sowie über Kreditrückzahlungen
Schweizer Beitrag 2008
IDA: 204.2 Mio. CHF
Link
www.worldbank.org
Weltbank
Die Weltbank (WB) wurde im Juli 1944 gleichzeitig mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Bretton Woods gegründet. Ihr ursprüngliches Mandat, den Wiederaufbau Europas zu unterstützen, hat sich seither stark ausgeweitet. Heute gilt die Weltbank als eine der bedeutendsten Institutionen im Kampf gegen die Armut.
| Die Hauptaufgaben der Weltbank |
Kernaufgabe der Weltbankgruppe ist die Armutsbekämpfung, wozu sie den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt der weniger entwickelten Mitgliedstaaten fördert. Zurzeit umfasst die Gruppe fünf eng miteinander verbundene Institutionen:
- Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development IBRD): gewährt Entwicklungsländern mit einem relativ hohen Pro-Kopf-Einkommen Darlehen zu marktnahen Konditionen,
- Internationale Entwicklungsorganisation (International Development Association IDA): vergibt an die ärmsten Entwicklungsländer zinslose Darlehen mit langen Rückzahlfristen und Beiträge für Investitionsprojekte, umfassende Reformen und technische Hilfe,
- Internationale Finanz-Corporation (International Finance Corporation IFC): unterstützt in den Entwicklungsländern Infrastrukturvorhaben sowie die Entwicklung der Kapitalmärkte,
- Multilaterale Investitionsgarantie-Agentur (Multilateral Investment Guarantee Agency MIGA): fördert ausländische Direktinvestitionen,
- Internationales Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (International Center for the Settlement of Investment Disputes ICSID).
Jährlich fliessen den Entwicklungsländern über die Weltbank zwischen 20 – 30 Mrd. USD zu. Damit ist die Gruppe für Entwicklungs- sowie Transitionsländer die wichtigste Finanzierungsquelle und oft gar die einzige Zugangsmöglichkeit zu internationalen Kapitalmärkten.
| Die Weltbank und die Schweiz |
Die Schweiz ist seit 1992 Mitglied der Weltbank, die heute dank ihrer Finanzkraft und ihrem Know-how eine der weltweit wichtigsten Institutionen im Kampf gegen die Armut ist.
Die Schweiz ist im Gouverneursrat, dem obersten Entscheidungsgremium, mit dem Vorsteher des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements EVD (Gouverneur) und dem Vorsteher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (stv. Gouverneur) vertreten. Auf operativer Ebene bestimmt das Geschehen allerdings der Exekutivrat, der aus 24 Stimmrechtsgruppen besteht. Ein Schweizer Exekutivdirektor leitet eine Stimmrechtsgruppe (die sogenannte Helvetistan-Gruppe), der auch Polen, Serbien und Montenegro, Aserbeidschan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan angehören. Der Schweizer Stimmrechtsanteil, der vom Kapitalanteil abhängt, beträgt bei der IBRD 1,69%. Bei der IDA erreicht die Schweizer Beteiligung 1,08%.
Die Schweiz setzt sich in den verschiedenen Organen dafür ein, dass die Weltbank ihre Tätigkeit konsequent auf die Armutsbekämpfung ausrichtet und dabei den Privatsektor als zentralen Pfeiler fördert. Weitere Informationen zur Zusammenarbeit mit der Weltbank enthält die Leitlinie «Die Schweiz und die Weltbank».
2002, also zehn Jahre nachdem die Schweiz den Bretton-Woods-Institutionen BWI beigetreten war, zog die Geschäftsprüfungskommission des Ständerates Bilanz der bisherigen Zusammenarbeit. Fazit: Die Schweiz spielt in den BWI eine aktive Rolle, wobei der Einsitz in den Exekutivdirektorien des IWF und der Weltbank der wichtigste Einflusskanal ist. Durch klare Stellungnahmen, ihre langjährige Erfahrung in entwicklungsrelevanten Themen, die Bildung von Allianzen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Management der beiden Organisationen bringt die Schweiz ihre Anliegen zur Sprache.
Weiterführende Informationen und Dokumente
- Eine Welt
(Nur in der Schweiz bestellbar)
Nr.2/02 - Weltbank
Download (PDF, 1433 KB) : [de] [fr] [it]
Bestellen - United Nations Fragility and Conflict Partnership Trust Fund
Download (PDF, 33 KB) : [en] - Multilaterale Akzente / Juni 2011: Hilfe für die finanzielle Gouvernanz
Die afrikanische Bank sucht den politischen Dialog mit fragilen Staaten - Gerechtigkeit, Sicherheit und Beschäftigung, das neue Motto der Weltbank - Das UNDP und die fragilen Staaten
Download (PDF, 1880 KB) : [de] [fr] - Die Schweiz und die Weltbank
Leitlinie - 2004
Download (PDF, 1038 KB) : [de] [fr] - DEZA Factsheet Multilaterale Organisationen: IDA
Die Schweiz und die internationale Entwicklungsagentur IDA
Download (PDF, 480 KB) : [de] [en] [fr]
Bestellen -
The Worldbank - Independent Evaluation Group (IEG)
http://ieg.worldbankgroup.org/content/ieg/en/home.html -
Website of the Swiss Executive Director's Office of the World Bank
http://web.worldbank.org/external/default/main?menuPK=395550&pagePK=64099288&piPK=64099409&theSitePK =395544 -
Newsletter SECO-DEZA - Zusammenarbeit mit der Weltbank und den regionalen Finanzinstitutionen
http://www.seco-cooperation.admin.ch/themen/multilateral/00523/00538/index.html?lang=de - Frühjahrstagung 2013 von IWF und Weltbank
- Die Schweiz und die Weltbank unterzeichnen ein Abkommen über die Rückführung von kasachischen Vermögenswerten
- Die Schweiz und Angola unterzeichnen ein Abkommen über die Rückführung von angolanischen Vermögenswerten
- Jahrestagung 2012 von IWF und Weltbank in Tokio
- 20 Jahre Mitgliedschaft der Schweiz in IWF und Weltbank
- Frühjahrstagung 2012 von IWF und Weltbank
- Gleichstellung der Geschlechter: ein Entwicklungsziel, von dem auch die Wirtschaft profitiert
- Jahrestagung 2011 von IWF und Weltbank
- Jahrestagung 2010 von IWF und Weltbank
- Neue Berichte über Wirksamkeit von multilateralen Organisationen veröffentlicht
- Jahrestagung 2009 von IWF und Weltbank in Istanbul