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Gewalt an Frauen – Hindernis für jede Entwicklung

Selbst der Himmel hat keine Tränen mehr

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8.August - 11. November 2011: Basel, Zürich, Luzern, Bern, Genf
Fotogalerie und Fotoausstellung "Versehrt doch klaglos -­ die Frauen im Kongo machen weiter"

11. August 2011, Zürich
Dossier zur öffentlichen Veranstaltung Gewalt an Frauen – Hindernis für jede Entwicklung

Grosse Seen (Ruanda, Burundi, Demokratischen Republik Kongo)

Website des Kooperationsbüros (DEZA) Grosse Seen (Ruanda - Burundi - Demokratische Republik Kongo): www.cooperation-suisse.admin.ch/grandslacs

afr_grosse_seen.gifDie Schweiz ist seit den 1960er-Jahren in der Region der Grossen Seen präsent. Eine erste Phase der Entwicklungszusammenarbeit bildete das Engagement in Ruanda ab 1963, nachdem das Land unabhängig geworden war. Im Laufe der Jahre wurde Ruanda ein Schwerpunkt der Schweizer Zusammenarbeit. Dies änderte sich mit dem Völkermord von 1994.

Ab 1990 wurde die Unterstützung der Schweiz in der Region diversifiziert, um neuen humanitären Bedürfnissen Rechnung zu tragen, die sich aus den Krisen und Konflikten in Ruanda (1990-1994), Burundi (1993-2000) und in der Demokratischen Republik Kongo (DRK, 1996-2001) ergaben. Insbesondere ab 1990 beteiligte sich die Humanitäre Hilfe der Schweiz an der nationalen und internationalen Nothilfe und am Wiederaufbau in Ruanda, Burundi und Tansania, im Osten der Demokratischen Republik Kongo und im Norden von Uganda. Die Schweizer Diplomatie wiederum begleitete und unterstützte ab 1998 die Friedensprozesse in Burundi und Kongo, die in die Friedensabkommen von Arusha im Jahr 2000 und von Pretoria im Jahr 2002 mündeten. Heute engagiert sich die Schweiz in diesen zwei Ländern in den Bereichen Konfliktprävention und Menschenrechte.

Während der politischen Übergangsphase in Ruanda, Burundi und der DRK, die im Jahr 2000 einsetzte, entschied die Schweiz, ihr Engagement anzupassen. Tendenziell sollte die humanitäre Hilfe reduziert und die Unterstützung in den Bereichen Entwicklungshilfe sowie Friedenssicherung und Menschenrechte ausgebaut werden.

Engagement der Schweiz
Mit dem koordinierten Einsatz der drei aussenpolitischen Instrumente – Entwicklungshilfe, Förderung von Frieden und Menschenrechten sowie humanitäre Hilfe – soll die Schweiz den komplexen Herausforderungen dieser Region, sowohl in Sachen Politik, Sicherheit, Humanitäre Hilfe und Entwicklung so wirksam wie möglich begegnen.

Kernpunkte der Unterstützung sind Frieden und Sicherheit, Demokratie und gute Regierungsführung, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Integration sowie humanitäre und gesellschaftliche Fragen.
Internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2011
Mio. CHF
2012
Mio. CHF
2013*
Mio. CHF
 
DEZA
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 20.99 29.04 23.00
Humanitäre Hilfe 8.37 11.10
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Total DEZA/SECO 29.36 40.14 23.00
 
Andere Bundesämter
Abt. Menschliche Sicherheit und Direktion für Völkerrecht des EDA 2.31 2.63 3.81
Andere Abteilungen des EDA 1.51 0.79 ..
Eidg. Dep. für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) 1.07 1.82 2.63
Total andere Bundesämter 4.89 5.24 6.44
 
Kantone und Gemeinden 1.01 .. ..
 
Total 35.26 45.38 29.44
* geplant; Gesamtbetrag aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten
DEZA-Angaben ohne Programmbeiträge an NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF

N.B. Die Beiträge der humanitären Hilfe an die nach Tansania geflüchteten Personen aus der Region der Grossen Seen werden unter der humanitären Hilfe von Tansania aufgeführt

Entwicklungszusammenarbeit: Schwerpunkte

Die Entwicklungszusammenarbeit in der Region der Grossen Seen wird durch die vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ausgearbeitete Strategie Grosse Seen 2009-2012 koordiniert. Sie hat das Ziel, Frieden, Stabilität und Sicherheit in Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo (DRK) zu fördern und einen Beitrag zur regionalen Integration sowie zur institutionellen und sozialen Entwicklung dieser Länder zu leisten.

Für das Engagement der Schweiz in der Region der Grossen Seen wurden zwei Schwerpunkte festgelegt:

Im Bereich Friedenskonsolidierung und gute Regierungsführung finanziert die DEZA ein Dezentralisierungs- und ein Bodenrechtsprogramm in Burundi und unterstützt die Durchführung kommunaler Projekte in vier Bezirken in Westruanda. Dazu kommt ein Medienprogramm Grosse Seen, das eine Ausbildungskomponente (praktische Ausbildung lokaler Journalistinnen und Journalisten) enthält und zur Verbesserung der Informationsqualität beitragen soll. Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Region zu fördern. Zudem soll die Internationale Konferenz zur Region der Grossen Seen (CIRGL) bei der Ausbildung junger Diplomatinnen und Diplomaten unterstützt werden, damit ein ständiger Dialog zwischen den Ländern aufgebaut werden kann. Dieser ist für die Sicherung eines dauerhaften Friedens unerlässlich.

Im Gesundheitsbereich finanziert die DEZA drei Programme zur Unterstützung des Gesundheitswesens in Ruanda, Burundi und in der Provinz Süd-Kivu (DRK). Ein Zusatzprogramm im Bereich Wasser und sanitäre Grundversorgung soll den Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen verbessern. Ziel ist es, minimale Hygienebedingungen in sämtlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens sicherzustellen, die sich im Einsatzgebiet der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit in der Region der Grossen Seen befinden. Die DEZA unterstützt zudem im Rahmen eines Regionalprogramms die psychosoziale Betreuung von Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden. Dank einem kommunalen Ansatz soll die psychische und körperliche Gesundheit sowie die sozioökonomische Integration der Opfer verbessert werden.

Koordiniert werden die Programme vom regionalen Kooperationsbüro der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit in der Region der Grossen Seen, das sich in Kigali (Ruanda) befindet. Unterstützung erhält es von den zwei Programmbüros in Bujumbura (Burundi) und Bukavu (Süd-Kivu, DRK).

Mit ihrem Engagement in der Region der Grossen Seen möchte die DEZA nicht nur Fortschritte in den einzelnen Ländern erzielen, sondern auch zur Entwicklung der gesamten Region beitragen. Mehr Wohlstand in Ruanda, Burundi und der DRK wird nach Auffassung der DEZA auch zu einem dauerhaften Frieden in der Region beitragen.

Die DEZA unterstützt die bestehenden staatlichen Institutionen und die Zivilgesellschaft. Einem umfassenden und partizipativen Ansatz verpflichtet, bemüht sie sich, alle Akteure in die Planung, Umsetzung und Begleitung ihrer Kooperationsprogramme einzubeziehen. Die DEZA setzt sich für den Dialog zwischen den Behörden aller Ebenen (Staat, Provinzen, Gemeinden) sowie zwischen Behörden und Zivilgesellschaft ein. In den Bereichen Dezentralisierung und Gesundheitsversorgung ist sie bemüht, aufgrund der in den Provinzen und Bezirken gemachten Erfahrungen einen Beitrag zur Debatte auf nationaler Ebene zu leisten.


Förderung von Frieden und Menschenrechten
(Abteilung Menschliche Sicherheit)

Die Stärkung von Frieden und Menschenrechten trägt dazu bei, die Vision einer Region zu realisieren, in der verschiedene politische und ethnische Gruppen friedlich zusammenleben und wo alle Menschen Zugang zu einem gerechten Rechtssystem haben und am demokratischen Leben teilnehmen können. Die Schweiz unterstützt dazu Initiativen in den Bereichen Übergangsjustiz, Menschenrechte, Kampf gegen die Verbreitung leichter Waffen und Dialog zwischen den Gemeinschaften. Die Aktivitäten beschränken sich im Moment vor allem auf Burundi.

Themenschwerpunkte:


Humanitäre Hilfe: Schwerpunkte

Trotz der Wiederherstellung des Friedens in der Region der Grossen Seen bleiben die Indikatoren zur menschlichen Entwicklung alarmierend. Die Schweiz setzt sich weiterhin für die Opfer von Konflikten und für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts ein. Sie ist heute auch der Ansicht, dass sich politische, soziale und wirtschaftliche Stabilität und damit die unabdingbaren Grundlagen für einen nachhaltigen Frieden in der Region der Grossen Seen nur erreichen lässt, wenn neben der nach wie vor notwendigen Not- und Wiederaufbauhilfe auch Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit und der Friedensförderung unverzüglich, gleichzeitig und aufeinander abgestimmt zum Einsatz kommen. Die Humanitäre Hilfe der Schweiz bemüht sich daher, aktiv dazu beizutragen, dass eine Brücke zwischen Nothilfe und Entwicklung geschlagen werden kann.

In der Region der Grossen Seen konzentrieren sich die Aktionen und Programme der Humanitären Hilfe vorwiegend auf die nach wie vor sehr volatilie Lage im Osten der DRK sowie auf die Rückkehr- und Reintegrationsprogramme burundischer Flüchtlinge.

Hauptaufgaben des humanitären Einsatzes sind: Perspektiven
In den kommenden Jahren wird die humanitäre Hilfe in Burundi sowie in den Lagern in Tansania und der DRK fortgeführt und den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Es wird versucht, Brücken zwischen Nothilfe, Entwicklung und Politik zu schlagen. Parallel dazu wird die Schweiz ihr Engagement in den Bereichen Entwicklungshilfe und Friedenssicherung fortsetzen. Ziel ist es, zur Schaffung einer stabilen Region beizutragen, in der sich demokratische Staaten entwickeln und prosperierende Gesellschaften entstehen. Die allgemeinen multilateralen Beiträge an Operationen zur Friedenssicherung in Burundi und in der DRK werden ebenfalls weiter entrichtet.

Mittelfristige Planung (Horizont 2012)
Hintergrundinformationen zur Region der Grossen Seen

Zahlen und Fakten
Ruanda

Burundi

DRK
Fläche
Bevölkerung
Bevölkerungswachstumsquote
pro Jahr (seit 1990)
Lebenserwartung bei Geburt:
Frauen / Männer
Analphabetismusquote Erwachsene: Frauen / Männer
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf
Bevölkerungsanteil mit weniger
als 2 S US$
26'340
10.943

3.0

56.7 /54.1

32.5 /25.2

582.6

82.4
km2
Mio.

%

Jahre

%

US$

%
27'830
8.575

2.3

51.8 /48.9

38.2 /27.1

271.2

..
km2
Mio.

%

Jahre

%

US$

%
2'344'860
65.965

2.7
      49.7 /46.5

     45.1 /20.5


199.3


..
km2
Mio.

%

Jahre

%

US$

%
Quelle: World Development Indicators 2013 der Weltbank
.. = keine Angaben

Landeshintergrundinformationen der BBC: Ruanda

Landeshintergrundinformationen der BBC: Burundi

Landeshintergrundinformationen der BBC: DRK


Kontaktadresse der DEZA vor Ort:

Grosse Seen (Ruanda - Burundi - Demokratische Republik Kongo) (Kigali)

Bureau de la Coopération Suisse au Grands Lacs
c/o Ambassade de Suisse
B.P. 597
Kigali
Rwanda

Telefon +250 252 57 55 34
Fax +250 252 57 24 61
E-Mail kigali@sdc.net
Website www.cooperation-suisse.admin.ch/grandslacs

Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land.