Tschad
Website des Kooperationsbüros (DEZA) Tschad: www.swiss-cooperation.admin.ch/tchad/
Der Tschad ist ein
Schwerpunktland der bilateralen Hilfe. Die Zusammenarbeit mit diesem Land wurde 1965 aufgenommen. Seither leistet die Schweiz Unterstützung in den Bereichen ländliche Entwicklung, medizinische
Versorgung und Grundausbildung. Anfangs stand die Stärkung der öffentlichen Entwicklungsstrukturen und der institutionellen Kapazitäten des Zentralstaats im Vordergrund der Programme. Nach und nach
orientierten sich die Projekte dann zunehmend am Ziel, die Kapazitäten der land- und viehwirtschaftlichen Familienbetriebe und die Lebensbedingungen der ländlichen Gemeinschaften zu verbessern.
Wichtig für eine nachhaltige Entwicklung ist auch die Förderung des Dialogs mit dem Staat und öffentlichen Stellen. Infolge der jüngeren Vergangenheit leidet Tschad unter einer gewissen politischen
Anfälligkeit und Phasen von Instabilität. Interne Rivalitäten und Divergenzen bestimmen weiterhin das Geschehen im Land. Anfang Februar 2008 verstärkten sich die Spannungen abrupt, und die
Hauptverantwortlichen der bewaffneten Opposition lancierten eine Offensive, die das bestehende System stark erschütterte. Diese Ereignisse sowie die anhaltende Krise im Darfur belasteten nicht nur
die Stabilität des Landes, sondern heizten auch die Spannungen mit dem benachbarten Sudan gefährlich an. Die Gefahr einer Destabilisierung der gesamten Region ist nach wie vor vorhanden, scheint aber
zurzeit aufgrund des im Februar 2010 durch die beiden Staaten unterzeichneten Friedensabkommens (zumindest vorübergehend) gebannt.
| Internationale Zusammenarbeit der Schweiz | 2011 |
2012 |
2013* |
|---|---|---|---|
| DEZA | |||
| Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit | 8.65 | 11.73 | 13.00 |
| Humanitäre Hilfe | 2.11 | 2.33 | 2.21 |
| Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) | |||
| Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung | – | – | – |
| Total DEZA/SECO | 10.76 | 14.06 | 15.21 |
| Andere Bundesämter | |||
| Abt. Menschliche Sicherheit und Direktion für Völkerrecht des EDA | 0.11 | 0.20 | 0.17 |
| Total andere Bundesämter | 0.11 | 0.20 | 0.17 |
| Kantone und Gemeinden | 0.07 | 0.65 | .. |
| Total | 10.94 | 14.91 | 15.38 |
DEZA-Angaben ohne Programmbeiträge an schweizerische NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF
Entwicklungszusammenarbeit: Schwerpunkte
Die Strategie der DEZA orientiert sich an der nationalen Armutsbekämpfungspolitik und an den Strategien zur Förderung der drei wichtigsten Sektoren (ländliche Entwicklung, Gesundheit und Grundschulbildung). Über regionale Entwicklungsprogramme ist die DEZA in den wichtigsten Regionen des Landes und namentlich in Gegenden präsent, die besonders unter den Folgen eines mangelnden Zugangs zu Bildung, medizinischer Versorgung und wirtschaftlicher Infrastruktur leiden. Fragen zur Gouvernanz, die als Transversalthema der DEZA gilt, fliessen grundsätzlich in alle Programme ein und im Besonderen in das Programm zur Konfliktprävention und Friedensförderung der Politischen Direktion IV des EDA.
Mit dem Zusammenarbeitsprogramm der Schweiz im Tschad sollen die Kapazitäten der land- und viehwirtschaftlichen Familienbetriebe, der sozialberuflichen Vereinigungen, der ländlichen Gemeinschaften und der dezentralisierten öffentlichen Dienste in den folgenden drei Schwerpunktbereichen gestärkt werden.
- Ländliche Wirtschaft: Das Programm begleitet das in ländlichen Gebieten aufkommende Wirtschaftswachstum, indem es den Aufbau wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltiger Produktionssysteme unterstützt. Ausserdem sind abgestimmte Massnahmen gegen die Bodenerosion und die Sanierung von Verkehrswegen auf dem Land vorgesehen. Denn die Strassen sind eine Grundvoraussetzung für den Handel und den Zugang zu Grunddienstleistungen im Bereich Bildung und Gesundheit.
- Grundschule und Ausbildung: Das Programm unterstützt den Aufbau eines dezentralen und hochwertigen Bildungssystems, das dem wirtschaftlichen und kulturellen Umfeld der Bevölkerung Rechnung trägt und weitgehend von lokalen Strukturen und Gemeindeverbünden getragen wird.
- Gesundheit: Im Vordergrund steht eine Verbesserung der medizinischen Grundversorgung. Die Gesundheitszentren sollen in der Lage sein, ihr Angebot an Präventionsmassnahmen und medizinischen Leistungen auszubauen und die Qualität zu verbessern. Dabei wird ein starker Einbezug der Gemeinschaften angestrebt.
Bei der Umsetzung werden folgende Grundsätze berücksichtigt:
- Mobilisierung der Partner zur Verbesserung ihrer eigenen Kapazitäten und Ressourcen.
- Verbesserung der Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen, insbesondere sollen die Frauen den gleichen Zugang zur Bildung und zu sozialen Diensten haben.
- Förderung des Dialogs und der Absprachen unter den Gemeinschaften, den lokalen Behörden und den dezentralen öffentlichen Diensten, was die Umsetzung der Dezentralisierung und eine angemessene lokale Gouvernanz anbelangt. Dadurch kann auch die nationale Debatte über die Entwicklungsherausforderungen, welche direkt die Regionen betreffen, genährt werden.
Die Deza geniesst allgemein Anerkennung für ihr bevölkerungsnahes Engagement in ländlichen Gegenden, ihre Effizienz und ihre Vorreiterrolle im Bereich Dezentralisierung, zudem beteiligt sie sich
über das Kooperationsbüro am Dialog der politischen Organisationen mit der Regierung Tschads und den im Land aktiven Fach- und Finanzpartnern (UNDP, Weltbank, Europäische Union, USAID, Französische
Entwicklungsagentur, GTZ…). Durch einen regen Austausch möchte die DEZA den Hebeleffekt verstärken, den die Unterstützung vor Ort auf die nationale Entwicklungsstrategie in den wichtigsten Sektoren
ausüben könnte.
Geografische Schwerpunkte
Die spezifischen Potenziale und Stärken der Regionen sollen zum Abbau der regionalen Ungleichheiten genutzt werden. Das Programm konzentriert sich auf drei Schwerpunktregionen:
- auf den Schwerpunkt Wadi-Oasen im Nordosten (Region Ennedi) und im Osten des Landes (Region Wadi Fira), mit Viehzucht und Gartenbau als Hauptaktivitäten;
- auf den Schwerpunkt Sahel im Zentrum (Region Batha) und im Westen des Landes (Region Kanem), mit Viehzucht als Hauptaktivität;
- auf den Schwerpunkt Sudan im Südosten (Region Logones) und im Süden des Landes (Regionen Mittelchari, Mandoul und Pandé), mit Tropenlandwirtschaft und Baumzucht als Hauptaktivität.
Humanitäre Hilfe: Schwerpunkte
Die humanitäre Lage im Tschad hat sich seit 2006 bis 2008 kontinuierlich verschlechtert und verharrte seither auf gleichem Niveau. Verantwortlich waren Entwicklungen im Zusammenhang mit den
Konflikten in Darfur, der Zentralafrikanischen Republik und dem Tschad (Informationen zum Sudan
).
Am 28. Januar 2008 lancierten bewaffnete Widerstandskämpfer eine Offensive gegen die tschadische Regierung und drangen bis nach N’Djamena vor. Die humanitären Folgen dieser Kampfhandlungen waren
besonders schwerwiegend in Ndjamena und in Nordkamerun, wo über 20 000 Personen aus dem Tschad Zuflucht suchten. Die Schweiz beteiligte sich in der Folge am Aufbau von Flüchtlingslagern und
finanzierte humanitäre Einsätze im Gesundheitsbereich.
Die Gefahr einer Destabilisierung der gesamten Region ist nach wie vor vorhanden, scheint aber zurzeit aufgrund des im Februar 2010 durch die beiden Staaten unterzeichneten Friedensabkommens
(zumindest vorübergehend) gebannt.
Seit 2003 sind rund 235'000 Personen vor der Gewalt in Darfur in den Ostens Tschads geflohen. Es handelt sich dabei um ein Gebiet in der Sahel-Sahara-Zone mit fragilem ökologischem Gleichgewicht. Die
Humanitäre Hilfe der Schweiz hat deshalb seit 2004 die Programme von IKRK, UNHCR und WFP mit finanziellen Beiträgen im Umfang von CHF 3 bis 5.5 Mio. pro Jahr unterstützt. Dem UNHCR werden Experten
zur Verfügung gestellt, die helfen, Flüchtlingslager zu erstellen und eine langfristig sinnvolle Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Wasserversorgung zu gewährleisten, sowohl für die
Flüchtlinge als auch für die lokale Bevölkerung.
Zusammenstösse zwischen der Armee (FACA) und der bewaffneten Opposition im Norden Zentralafrikas haben rund 75'000 Menschen zur Flucht in den Süden Tschads getrieben. Die Zahl der Intern Vertriebenen
welche insbesondere im Südosten des Landes leben beträgt 170 000. Die Schweiz trägt diesen humanitären Bedürfnissen mit Beiträgen zugunsten von MSF Schweiz, IKRK und WFP Rechnung Rechnung.
Hintergrundinformationen Tschad
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Quelle: World Development Indicators 2013 der Weltbank |
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Kontaktadresse der DEZA vor Ort:
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Tschad (N'Djamena) |
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Bureau de la Coopération Suisse au Tchad |
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| Telefon | +235 251 73 14 |
| Fax | + 235 22 51 74 16 |
| ndjamena@sdc.net | |
| Website | www.swiss-cooperation.admin.ch/tchad/ |
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Weiterführende Informationen und Dokumente Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land. |
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