
"40 Jahre in
Bildern" (englisches video)
Veranstaltungsprogramm in der Schweiz
Veranstaltungsprogramm in Bangladesch
Internationales Filmfestival Freiburg: "Spotlight on Bangladesh"
Fotoausstellung: "Eine Reise zu den Menschen Bangladeschs"
Rede Martin Dahinden
(en)
Bangladesch
Website des Kooperationsbüros (DEZA) Bangladesch: www.sdc.org.bd
Bangladesch, das sich auf
dem indischen Subkontinent über das weite Gangesdelta erstreckt, ist bis heute eines der dichtestbesiedelten Länder der Welt. Die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Zwar wurden in den letzten
Jahrzehnten wesentliche Fortschritte erzielt in den Bereichen Bevölkerungskontrolle, Kindersterblichkeit, Unterernährung und geschlechtsneutralem Zugang zu Bildung. Jedoch leidet das ganze Land nach
wie vor an Unterentwicklung, bedingt durch Misswirtschaft, Naturkatastrophen und schlechte Regierungsführung. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich werden immer größer. Die Leidtragenden sind meist
Frauen, Kinder, Slumbewohner und ethnische Minderheiten, deren zivile Rechte und Freiheiten nicht gewährleistet werden.
Ein Regierungswechsel im Dezember 2008, sowie spürbare wirtschaftliche Fortschritte lassen Hoffnung auf eine positivere Entwicklung des Landes keimen. Die internationalen Gemeinschaft hat von dieser
positiven Dynamik Kenntnis genommen.
Die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit ist seit der Unabhängigkeit Bangladeschs - im Jahr 1971 - in diesem Land tätig. Sie trägt in erster Linie zu einer nachhaltigen Entwicklung und zur
Verminderung von Armut bei. Nebst der DEZA arbeiten auch zahlreiche Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Bangladesch, einige unter ihnen werden von der DEZA unterstützt.
| Internationale Zusammenarbeit der Schweiz | 2011 |
2012 |
2013* |
|---|---|---|---|
| DEZA | |||
| Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit | 24.75 | 25.86 | 30.50 |
| Humanitäre Hilfe | 1.67 | 1.18 | 0.50 |
| Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) | |||
| Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung | – | 0.04 | – |
| Total DEZA/SECO | 26.42 | 27.08 | 31.00 |
| Andere Bundesämter | |||
| Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) | 0.02 | 0.02 | 0.02 |
| Total andere Bundesämter | 0.02 | 0.02 | 0.02 |
| Kantone und Gemeinden | 0.55 | .. | .. |
| Total | 26.99 | 27.10 | 31.02 |
DEZA-Angaben ohne Programmbeiträge an NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF
Entwicklungszusammenarbeit: Schwerpunkte
Die Entwicklungszusammenarbeit der DEZA in Bangladesch zielt mit einem vielschichtigen und kohärenten Programm auf eine nachhaltige Reduktion der Armut. Mit einem besonderen Fokus auf die unterste Schicht der Armen folgt die DEZA ihren Leitprinzipien wie Geschlechtergleichheit, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, umweltverträgliche Entwicklung und Ausbau des bereits vorhandenen Potenzials. Dabei ist die Schweiz ein kleines Geberland, welches dank vielfältiger Erfahrung mit der Durchführung innovativer und flexibler Projekte hohes Ansehen, auch in der Unterstützung von Regierungsprogrammen, geniesst..
Die Programme der DEZA in Bangladesch sind in der Strategie 2008-2012 für Bangladesch beschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf zwei Hauptthemen:
- Beschäftigung und Einkommen: Optimierung der Lebensbedingungen der Ärmsten durch Verbesserung der Beschäftigungschancen, namentlich dank der Vermittlung solider Ausbildungen und Zugang zum Arbeitsmarkt. Konkret geht es um folgende Ziele: 1) Beschäftigungschancen und Einkommen der Armen erhöhen, 2) Arbeitsmärkte für die Armen erschließen, und 3) die lokalen wirtschaftlichen Bedingungen zugunsten der Ärmsten verbessern.
- Lokale Gouvernanz: Beitrag zur Entwicklung einer Politik und Praxis der guten Regierungsführung auf lokaler Ebene, welche den Bedürfnissen der Armen Rechnung trägt. Konkret geht es um folgende Ziele: 1) Die Möglichkeiten der Armen verbessern, ihre Interessen zu vertreten und öffentliche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, 2) die Fähigkeit der lokalen Regierungen stärken, Dienstleistungen für die gesamte Bevölkerung auf transparente, partizipative Weise bereitzustellen, und 3) politische Reformen fördern, welche die Situation der Armen verbessern und ihre Partizipation ermöglichen.
Zusätzlich sind in Bangladesch folgende Querschnittthemen Bestandteil jedes Zusammenarbeitsprojekts:
- Gender: Analyse der Ungleichheiten zwischen Mann und Frau. Die spezifischen Rollen der beiden Geschlechter in der Gesellschaft werden analysiert, ebenso Unterschiede bezüglich Ressourcenzugang und -kontrolle.
- HIV/Aids: Das Infektionspotenzial von HIV/Aids ist in Bangladesch sehr hoch: Die verschiedenen Aspekte der Krankheit werden in alle Projekte der DEZA einbezogen, und es werden Sensibilisierungskampagnen durchgeführt.
Bangladesch ist ein Land mit häufig eintretenden Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Zyklonen aber auch Dürre. Es ist deshalb eines der weltweit 8 Pilotländer der DEZA, in denen das Thema Disaster Risk Reduction (DRR) systematisch in das Programm und die Projekte einbezogen wird (Mainstreaming).
Die DEZA fördert in erster Linie die Entwicklungsbestrebungen der Zivilgesellschaft Bangladeschs. Sie arbeitet deshalb zusammen mit:
- der Regierung von Bangladesch, zum Beispiel mit den zuständigen Ministerien für ländliche Entwicklung und Grundschulversorgung;
- lokalen Nichtregierungsorganisationen;
- schweizerischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen;
- anderen bilateralen Geberländern (zum Beispiel Großbritannien und Schweden);
- multilateralen Organisationen (UNO, Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank).
Die Schweiz beteiligt sich an den Harmonisierungsbestrebungen, die auf internationaler Ebene geleistet werden. Die DEZA-Programme orientieren sich an der jeweiligen Länderstrategie zur Armutsreduzierung und den nationalen Politiken. Die Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sind im Einklang mit den Vorgaben der Regierung und werden hauptsächlich in den Bereichen Mikro- und Kleinunternehmen sowie informelle Bildung durchgeführt.
Humanitäre Hilfe: Schwerpunkte
In den letzten Jahren waren die Humanitäre Hilfe der DEZA und das Schweizerische Korps für humanitäre Hilfe (HH + SKH) in Bangladesch dann aktiv, wenn schwere Naturkatastrophen eine rasche,
wirksame Nothilfe erforderten und bei grösseren Katastrophen in der Wiederaufbauphase. Aufgrund der geografischen Lage besteht in Bangladesch jedes Jahr das Risiko von Überschwemmungen, da das Delta
der drei grossen Flüsse des Landes nur einige Meter über dem Meeresspiegel liegt. Armut, Überbevölkerung und Infrastrukturdefizite verschlimmern die Folgen zusätzlich.
Am 15. November 2007 verursachte Sidr, einer der heftigsten tropischen Wirbelstürme, die in den vergangenen Jahren in Bangladesch wüteten, schwere Schäden im Süden des Landes. Rund 4000 Personen
kamen ums Leben, 360'000 Familien wurden obdachlos, 350'000 Nutztiere wurden getötet und ein Grossteil der Reisernte ging verloren. In einem ersten Schritt unterstützte die DEZA über ihre lokalen
Partner die bedürftige Bevölkerung durch die Abgabe von Hilfsgütern. In einer zweiten Phase wurden zusätzlich 500'000 Franken für direkte Massnahmen zum Wiederaufbau der Grundversorgung und 2
Millionen Franken für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zur Verfügung gestellt. Zudem wurden über 3'000 Familien mit einem Cash for Livelihood- Programm in der Höhe von CHF
800'000 unterstützt.
Im Zeitraum 2008-2010 wird im Distrikt Bagerhat, der von Sidr besonders stark betroffen war, ein Wiederaufbauprogramm mit integrierter DRR Komponente mit einem Jahresbudget von CHF 1,5 bis 2
Millionen durchgeführt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf folgenden zwei Aktionslinien:
- Unterstützung beim Wiederaufbau der Lebensgrundlagen
- "Community-based Disaster Risk Reduction" (Schutzbauten mit Nutzung als Schulen oder Gemeinschaftsräume, Preparedness usw.).
Die Humanitäre Hilfe hat beschlossen in Bangladesch ein DRR-Programm mit einem jährlichen Budget von ca. CHF 1 Mio.. und einem mittelfristigen Zeithorizont (mindestens bis 2012) umzusetzen. Seit Anfang 2009 wird das Team des Koordinationsbüros Dhaka durch einen DRR- Koordinator verstärkt. Dieser hat auch eine regionale Funktion für Südasien (Afghanistan, Nepal, Indien und Pakistan) bei der Beratung im Thema DRR und im Fall von Naturkatastrophen in der Sofort- und Überlebenshilfe.
Hintergrundinformationen Bangladesch
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| Quelle: World Development Indicators 2013 der Weltbank | ||||||||||||||||||||||||||||||
Landeshintergrundinformationen der BBC
Kontaktadresse der DEZA vor Ort:
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Bangladesch (Dhaka) |
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Swiss Cooperation Office Bangladesh |
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| Telefon | +8802 88 12392 +8802 88 13067 |
| Fax | +8802 88 23497 |
| dhaka@sdc.net | |
| Website | www.sdc.org.bd |
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Weiterführende Informationen und Dokumente Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land. |
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