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Auswirkungen des Klimawandels auf die Region Mekong

Der Klimawandel gilt als eine der grössten Bedrohungen für die Entwicklung, die Stabilität und die globale Sicherheit. Weltweit ist eine Zunahme extremer Wetterereignisse – wie Überschwemmungen, Dürren und Stürme – zu beobachten. Diese betreffen eine immer grössere Zahl von Menschen auf allen Kontinenten, und sie fordern mehr Opfer und wirtschaftliche Verluste. Es gibt eindeutige Hinweise dafür, dass die Menschen durch die Emission von Treibhausgasen messbar zur steten Erwärmung unseres Planeten beitragen. Für 65% des weltweiten Treibhauseffekts sind die energiebezogen Emissionen verantwortlich, für den Rest die Landwirtschaft, eine veränderte Landnutzung und die Abfallbewirtschaftung. Die zunehmend absehbaren Folgen der globalen Erwärmung sind für die wirtschaftliche Entwicklung und das Wohlergehen der Menschen namentlich in Entwicklungsländern vorwiegend negativ.

Südostasien dürfte der Klimawandel so schwer wie kaum eine andere Region treffen. Für Millionen Menschen sind die im Himalaya entspringenden Flüsse lebenswichtig, etwa der Mekong, der Irrawaddy, der Rote Fluss und der Saluen. Es wird befürchtet, dass sich die regelmässige Wasserversorgung durch diese Flüsse in katastrophaler Weise verändert, weil die Gletscher im Himalaya schnell schmelzen. Wenn der Trend anhält, sind die Gletscher in zwei bis drei Jahrzehnten vollständig verschwunden. Dies ist verheerend, da es zuerst zu Überschwemmungen und dann vermutlich zu saisonalen Dürren kommen wird. Besonders gross ist diese Gefahr in Küstengebieten, vor allem in den dicht bevölkerten Mega-Deltas etwa des Mekong und des Roten Flusses, infolge vermehrter Überschwemmungen vom Meer her.

Realistische Szenarien sehen vor, dass der Meeresspiegel bis Ende des 21. Jht. um rund 40 cm ansteigt. Dadurch dürften in den Küstengebieten Südostasiens die Zahl der Menschen, die pro Jahr von Überschwemmungen heimgesucht werden, um 16 Millionen steigen, hauptsächlich von Thailand bis Vietnam, aber auch in Indonesien und auf den Philippinen. Allein im Mekong-Delta in Vietnam wird etwa 1 Million Menschen bereits 2050 direkt unter dem Anstieg des Meeresspiegels leiden.

Klimarelevante Aktivitäten der DEZA in der Region Mekong
Die drei strategischen Prioritäten der DEZA sind die Armutsbekämpfung, der Abbau von Sicherheitsrisiken und die gemeinsame Schaffung einer Globalisierungsform, welche die Entwicklung vorantreibt. Diese Aktivitäten haben einen Einfluss darauf, ob der Klimawandel abgefedert werden und eine Anpassung erfolgen kann. Ein DEZA-Projekt zur Eindämmung des Klimawandels in der Region Mekong betrifft die nachhaltige Backsteinproduktion in Vietnam. Es soll die Energieeffizienz bei der Backsteinherstellung in Vietnam verbessern. Weil die Brennöfen mit Kohle geheizt werden, bewirkt eine Effizienzsteigerung eine direkte Reduktion der CO2-Emissionen und der Umweltverschmutzung.

Swisscontact führt das Projekt Clean Air («saubere Luft») in Hanoi/Vietnam durch, das die Luftverschmutzung durch die Reduktion der Emissionen mobiler und stationärer Quellen kontrollieren soll. Durch das Wirtschaftswachstum und die Urbanisierung in Vietnam steigt nicht nur der ökologische Druck in Form von Luftverschmutzung und Treibhausgasemissionen, sondern auch der Energiesektor steht vor neuen Herausforderungen. Die Energiegewinnung ist ein Hauptelement des Klimawandels und der Luftverschmutzung. Es ist deshalb sinnvoll, das lokale Emissionsmanagement mit einer Reduktion des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstosses zu koppeln.

Es braucht daher einen integrierter Ansatz, der den Aspekten Klimawandel, Energie und Luftverschmutzung Rechnung trägt und der mehrere positive Effekte hat: weniger lokale Luftschadstoffemissionen und entsprechende ökologische und gesundheitliche Folgen, geringere Risiken durch den Klimawandel, mehr Energiesicherheit und niedrigere Kosten.

Projekte für eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen verfolgen zwei Ziele: Eindämmung und Anpassung. Lässt sich z.B. eine Entwaldung und/oder Erosion vermeiden, dann wird das CO2, das im Wald und in Pflanzen auf dem nicht erodierten Boden eingelagert ist, gebunden und nicht in die Atmosphäre freigesetzt. Diese Einlagerung von CO2 wirkt dem Klimawandel entgegen. Können die Menschen Nahrung aus dem bewahrten Wald oder Kulturland gewinnen, verbessert sich zudem ihre Nahrungssicherheit und ihr Einkommen und sie sind besser gewappnet, um sich den Veränderungen infolge des Klimawandels anzupassen. Projekte für eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen in der Region Mekong sind in Vietnam ein Forstwirtschaftsprojekt und ein Projekt zur Stärkung der staatlichen Leistungen für die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung in Vietnam sowie in Laos ein Landwirtschaftsberatungsprojekt, ein Armutsbekämpfungsprojekt für entlegene Hochlandgebiete und eine geplante Agriobiodiversitäts-Initiative.

Neben den bilateralen Projekten unterstützt die DEZA regionale Kompetenzzentren im Waldsektor. Das Zentrum für internationale Forstforschung (CIFOR) und das Regionale Forstschulungszentrum Asien/Pazifik (RECOFTC) sind Schlüsselakteure bei der Umsetzung von CO2-Kompensationsprojekten zur Walderhaltung, etwa beim REDD (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Bodenverarmung) zum Nutzen der lokalen Bevölkerung.

Weiterführende Informationen und Dokumente

  • Auswirkungen des Klimawandels auf die Region Mekong
    Factsheet
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