"Im Namen der Giraffe!" - Radio Okapi auf Friedensfrequenz
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Die UNO-Mission MONUC (seit Juli 2010 MONUSCO) überwacht seit 1999 den Waffenstillstand. Parallel dazu führt der Interkongolesische Dialog (DIC) schrittweise zur Wiederherstellung des politischen Lebens, das in einen dauerhaften Frieden münden soll. In Pretoria wurde am 17. Dezember 2002 ein umfassendes Übereinkommen zur Bildung einer Übergangsregierung unterzeichnet, das alle Konfliktparteien miteinschliesst. 2006 wurden mit Erfolg Parlaments- und Präsidentschaftswahlen durchgeführt, und Anfang 2007 wurde in Kinshasa zum ersten Mal seit 1965 eine demokratisch gewählte Regierung eingesetzt. Information als Schlüssel Unter diesen Bedingungen drohte sich der Interkongolesische Dialog auf einige wenige Politiker zu beschränken. Radio Okapi war insofern ein revolutionäres Projekt, als sich die in- und ausserhalb des Landes wohnende Bevölkerung durch die gesendeten Informationen ein Bild von der Realität machen konnte. Das Projekt Radio Okapi wurde als Partnerschaft der Vereinten Nationen und der in Lausanne ansässigen Stiftung Hirondelle ins Leben gerufen. Das UNO-Radio vermittelt als landesweiter Informationssender locker aufgemachte, gut recherchierte und unabhängige Beiträge von allgemeinem Interesse. Genau wie bei anderen nationalen Sendern, die grosse Gebiete abdecken, handelt es sich bei Radio Okapi nicht um einen Einzelsender, sondern um ein Radionetz. Seit 2005 wurden 28 Partnerradios aufgebaut, die Radio Okapi mit lokalen Informationen beliefern und über ein Netz von 32 Sendern die nationalen Programme bis in die entlegensten Gegenden des Landes ausstrahlen. Informationen, Reportagen und Kommentare werden ebenso wie die Programme selbst per Satellit übertragen. Radio Okapi ist mit moderner Informatik ausgerüstet: Aufnahme, Schnitt und Ausstrahlung erfolgen digital. Radio Okapi verfügt in dieser Hinsicht wohl über das grösste und leistungsfähigste Informatiksystem für Radio in Afrika, mit Ausnahme von Südafrika. Programme in fünf Sprachen Radio Okapi geniesst in der kongolesischen Bevölkerung hohe Glaubwürdigkeit. Der Sender spricht alle Themen an, von denen die Kongolesinnen und Kongolesen in ihrem Alltag betroffen sind, darunter auch sehr heikle Fragen. Seit 2002 unterstützen die Humanitäre Hilfe der DEZA, die Abteilung Menschliche Sicherheit des EDA und der Bereich Regionale Zusammenarbeit der DEZA Radio Okapi mit rund einer Million Franken pro Jahr. Das Projekt ermöglicht ein neuartiges Zusammenspiel zwischen humanitären Aktivitäten und Friedenspolitik, zwischen bilateraler und multilateraler Zusammenarbeit, zwischen UNO und NGO. Seit 2006 unterstützt die DEZA gezielt die Erarbeitung und Umsetzung eines Plans, der dafür sorgen soll, dass Radio Okapi auch nach dem Rückzug der MONUSCO bestehen bleibt. Dieses Thema trat ab 2007 in den Vordergrund, als sich immer deutlicher abzeichnete, dass die MONUSCO schrittweise abziehen wird. |
Das Projekt in Kürze Land / Region Demokratische Republik Kongo Partner Stiftung Hirondelle Projektziel Informieren, ausbilden, unterhalten, zum Dialog für den Frieden und für ein Machtgleichgewicht in der kongolesischen Gesellschaft beitragen Zielgruppe Zivilbevölkerung, politische Institutionen in der Demokratischen Republik Kongo Laufzeit Ab 2002 mit dem Ziel, ein kongolesisches Radio zu schaffen, das auch nach dem Rückzug der MONUC (seit Juli 2010 MONUSCO) überlebensfähig ist Finanzieller Rahmen Beiträge der Schweiz (DEZA und Menschliche Sicherheit): seit 2002 rund CHF 1 Mio./Jahr Kontakt Stiftung Hirondelle (Media for Peace and Human Dignity) Lausanne Tel.: +41 21 654 20 20 E-Mail: info@hirondelle.org Abteilung Menschliche Sicherheit Sektion Ost- und Südafrika (Regionale Zusammenarbeit) |
Weiterführende Informationen und Dokumente
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Radio Okapi
http://www.radiookapi.net/ - Ermordung eines Journalisten von Radio Okapi in der Demokratischen Republik Kongo
