Sicherstellung einer menschenwürdigen Basisversorgung und psychologische Unterstützung für illegale Migranten in Marokko
Unterstützung
für die Betreuung der immer zahlreicheren Migranten, die auf dem Weg nach Europa in Marokko stranden
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Marokko, ursprünglich Transitland für Menschen aus Regionen südlich der Sahara auf dem Weg nach Europa, ist in den vergangenen Jahren immer mehr zum Zuwanderungsland geworden. Aufgrund der strengen Grenzkontrollen Europas bedeutet Marokko für viele Migrantinnen und Migranten die Endstation ihrer Reise. Diese Menschen, welche auf ihren langen Reisen oftmals Opfer von Menschenhandel und Gewalt werden und illegal und unter prekären Verhältnissen in Marokko verbleiben, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das Zentrum der Caritas bietet psychologische Betreuung, sichert eine menschenwürdige Grundversorgung und plädiert für die gesellschaftliche und institutionelle Integration der Migranten. Marokko ist seit vielen Jahren ein Transitland für Menschen aus Regionen südlich der Sahara auf ihrem Weg nach Europa. Aufgrund der strengen europäischen Grenzkontrollen stranden immer mehr Migranten in Marokko und lassen sich schliesslich während Jahren und meist illegal hier nieder. Schätzungsweise 10‘000–15‘000 Migranten aus den ärmsten Ländern Afrikas halten sich derzeit in Marokko auf, darunter auch Flüchtlinge, die Anspruch auf Schutz gemäss der Flüchtlingskonvention von 1951 hätten. In Abwesenheit eines staatlichen Asylverfahrens nimmt das UNO-Flüchtlingshochkommissariat diese Aufgabe wahr. Fehlender Zugang zur Grundversorgung Flüchtlinge und Migranten, die sich in Marokko ohne Bewilligung aufhalten, haben im marokkanischen Kontext nur sehr wenig Rechte. Aufgrund ihrer Illegalität oder des mangelhaften Schutzes haben sie keinen ausreichenden Zugang zur Grundversorgung, wie Spitäler, Schulen oder Unterkunft. Zudem ist es diesen Migranten nicht möglich, einer legalen, geregelten Arbeit nachzugehen, und sie können für ihren Lebensunterhalt kaum aufkommen. Oftmals sind diese Menschen Willkür und Gewalt schutzlos ausgesetzt. Besonders gefährdet und von sexueller Ausbeutung bedroht sind dabei Frauen und Kinder. Stärkung der Unabhängigkeit und Integration Das Projekt zielt darauf ab, die Unabhängigkeit und Integration der Migranten zu stärken. Das Zentrum dient als Anlaufstelle für Migranten. Hier erhalten sie psychologische Betreuung und Informationen zu ihren Rechten und den bestehenden sozialen Institutionen. Neben der Sicherstellung einer Unterkunft werden die Migranten zu Spitälern und Gesundheitszentren begleitet, um ausreichend medizinische Versorgung zu erhalten. Kinder und Jugendliche erhalten im Zentrum Schulunterricht, mit dem Ziel, sie für den Besuch und die Integration in eine öffentliche Schule vorzubereiten. Schule und Gesundheitsservice Im Durchschnitt wenden sich pro Monat gut 120 zusätzliche Personen ans Betreuungszentrum. Viele von ihnen bleiben während langer Zeit in Marokko und sind regelmässig auf Leistungen des Zentrums angewiesen. Andere wiederum ziehen weiter, versuchen irgendwie ins ersehnte Europa zu gelangen oder verschwinden ohne jede Nachricht. Zu Beginn des Schuljahres 2011 besuchten 142 Kinder die informelle Schule des Zentrums. 14 von ihnen konnten in eine öffentliche Schule wechseln. Im letzten Quartal 2011 wurden 937 Personen vom Gesundheitsservice der Caritas beraten (Beratung über Einnahme von Medikamenten etc.), 253 Personen beanspruchten den psychologischen Dienst des Zentrums und 199 Personen erhielten finanzielle Unterstützung für Unterkunft, teilweise auch für Nahrung. Die DEZA engagiert sich in Marokko bereits seit 2008 für den Schutz von gestrandeten Migranten. Das Betreuungszentrum der Caritas wird seither mit regelmässigen Beiträgen unterstützt. Das Projekt ist fortgeschritten, und es konnten bereits wesentliche Erfolge verzeichnet werden: Dank des jahrelangen Plädoyers und der Koordination mit öffentlichen Institutionen konnte der Zugang zur Basisversorgung, v.a. zu öffentlichen Spitälern und Schulen, weitestgehend sichergestellt werden. Ziel ist es, dass der marokkanische Staat diese Aufgabe der Integration von Migranten eines Tages vollständig wahrnimmt. Strategische Bedeutung des Schweizer Engagements Im Rahmen des Programms Nordafrika 2011–2016 setzt sich die Schweiz für den Schutz von besonders verletzlichen Migranten ein, insbesondere aus den Ländern südlich der Sahara, und fördert die Entwicklung von nationalen Migrationsstrategien und entsprechender Gesetzgebung. Dies mit der Überlegung, dass die Schweiz einerseits ein Interesse an einer geordneten Betreuung und Aufnahme von gestrandeten Transitmigranten in Nordafrika hat – gerade auch im Hinblick auf die ursprünglich angestrebte Weiterreise nach Europa – und andererseits eine humanitäre Mitverantwortung für die Betreuung dieser gestrandeten Personen trägt. |
Das Projekt in Kürze Beteiligte Bundesstellen Thema Land Partner Ausgangslage/ Hintergrundinformation Projektziel Zielgruppe Kosten Dauer Kontakt |
