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Mädchen und junge Frauen aus benachteiligten Familien im Norden Benins erhalten eine Unterstützung, damit sie eine Sekundarschule besuchen oder eine Hochschulausbildung abschliessen
können.
Hintergrund
Obwohl Benin in den letzten fünfzehn Jahren im Bildungsbereich Fortschritte erzielt hat, gibt es auf allen Ausbildungsstufen nach wie vor eine grosse Kluft zwischen Mädchen und Jungen. Auf
Primarstufe werden 45% der Mädchen zwischen 6 und14 eingeschult; bei den Jungen sind es im gleichen Alterssegment 57%. Diese Unterschiede sind in den ländlichen Gebieten und auf Sekundar- und
Hochschulstufe noch ausgeprägter. Im Hochschulbereich sind es die Ausbildungsbedingungen, die für Studentinnen aus armen Familien ein Hindernis darstellen.
Diese Ungleichheiten beruhen auf einem für Mädchen ungünstigen soziokulturellen Umfeld und einer zunehmenden Verarmung der Familien, die nicht immer in der Lage sind, ihre Kinder zur Schule zu
schicken. Daraus ergibt sich ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in den armen ländlichen Gebieten. Da die die Kaderleute aus den städtischen und/oder südlichen Gebieten kaum bereit sind, in
den nördlichen Departementen zu arbeiten, verschlimmert sich die Situation zusehends.
Vor diesem Hintergrund wurde das Programm lanciert. Im Mittelpunkt steht die Bildung von Mädchen und jungen Frauen. In drei Gemeinden im Norden Benins wird der Besuch der Sekundarschule unterstützt
und in fünf Gemeinden der gleichen Region erhalten junge Frauen die Gelegenheit, eine Hochschule zu besuchen.
Bedeutung
Das Programm folgt der strategischen Ausrichtung der DEZA und ihrer Gender-Politik. Es reiht sich in die nationale Strategie zur Bekämpfung der Armut Benins ein, in den nationalen Personen- und
Familiencode, der eine Geschlechtergleichheit anstrebt sowie in die Sektorpolitik Bildung 2005, die eine positive Diskriminierung zu Gunsten von Mädchen, benachteiligten Gruppen und Regionen
vorsieht.
Ziele In erster Linie sollen mit diesem Programm die regionalen und geschlechterspezifischen Ungleichheiten bei der Kaderausbildung reduziert werden. Kaderleute braucht Benin
insbesondere für den laufenden Dezentralisierungsprozess.
Massnahmen / Strategie
Das Programm beruht auf einer Partnerschaft mit den lokalen Akteuren des Bildungssystems. Es wird von einer lokalen NGO (LARES) geleitet und strebt Folgendes an:
- einen sozialen Dialog mit den Gemeinden, Elternvereinigungen von Schülerinnen, Müttervereinigungen, Schulen und Universitäten, dem Lehrpersonal, den Schülerinnen und Studentinnen, um über
Probleme der Bildung von Mädchen zu diskutieren;
- einen politischen Dialog auf lokaler und nationaler Ebene zur Verbesserung der Einschulung von Mädchen und des Bildungsangebots;
- eine pädagogische Betreuung der Schülerinnen und Studentinnen, damit sie ihr Allgemeinwissen verbessern und sich angemessen auf einen erfolgreichen Abschluss vorbereiten können. Es werden
Schulausflüge, Veranstaltungen und Diskussionsrunden zu aktuellen Themen, zur lokalen Entwicklung usw. organisiert;
- Gewährung eines monatlichen Beitrags an die Einschreibegebühren und den Kauf von Lehrmitteln sowie eine Krankenversicherung.
Erzielte Ergebnisse Seit das Programm 2000 lanciert wurde, konnten rund 3000 Mädchen aus ländlichen Familien eine Sekundarschulbildung abschliessen. Das Programm dehnte seine
Aktivitäten ebenfalls auf den Vorschulbereich aus. Zwischen 2005 und 2006 wurden sechs Zentren für Kinder unter sechs Jahren eröffnet. Während des gleichen Zeitraums erhielten von den 169
Studentinnen (Hochschulebene), die vom Programm profitierten, 65 ihr Diplom. 29 unter ihnen absolvierten ein einjähriges Praktikum in einer Gemeindeverwaltung, die ihrerseits vom Fachwissen der
Diplomierten profitieren konnte. Finanziert wurden diese Praktikumsplätze durch das Programm, das auch eine Stärkung der Gemeinden anstrebt.
Die zusätzliche pädagogische Begleitung durch LARES hat sich in verschiedener Hinsicht bewährt: Steigerung des Allgemeinwissens der Studentinnen, erhöhte Sensibilität und mehr Verständnis für Themen
rund um die Dezentralisierung, die lokale Entwicklung und Genderfragen. Gut ein Duzend Studentinnen hat an einem Berufspraktikum in einem Programm über Dezentralisierung oder lokale Entwicklung
teilgenommen. Dank diesen Praktika haben sie gelernt, die Vielschichtigkeit der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge besser zu erfassen und die Akteure bei den
Dezentralisierungsbestrebungen und der lokalen Entwicklung zu begleiten.
Das Programm hat die lokalen Akteure (Eltern, Ausbildner, lokale Politiker) davon überzeugen können, dass die Bildung der Mädchen ein wesentlicher Faktor für die lokale Entwicklung ist.
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Das Projekt in Kürze
Bereich
Regionale Zusammenarbeit
Land / Region In Benin, in den nördlichen Departementen: Collines, Borgou, Alibori, Atacora, Donga
Partner
Benin liegt in Westafrika und zählt rund 7 Millionen Einwohner. Gemäss UNDP-Index über die menschliche Entwicklung lag es 2005 an 162. Stelle von den insgesamt 177 Ländern. Das Armutsniveau nimmt im
ländlichen Raum und in den städtischen Randgebieten zu. Das soziokulturelle Umfeld verstärkt die sozialen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Diese widerspiegeln sich bei der
Arbeitsbelastung, der Zeiteinteilung, dem Zugang zu Bildung, zu Produktionsfaktoren (insbesondere Boden) zu den politischen Entscheidungsinstanzen.
Projektziel
Unterstützung der lokalen Akteure des Bildungssystems, damit Mädchen aus armen Familien Zugang zur Sekundar- und Hochschulbildung haben und über die nötige Unterstützung für einen erfolgreichen
Abschluss verfügen.
Beitrag an eine Verminderung der Kluft zwischen Frauen und Männern, was die Verfügbarkeit von menschlichen Ressourcen in den benachteiligten Regionen des Landes betrifft.
Zielgruppe
Schülerinnen und Studentinnen aus armen Verhältnissen.
Finanzieller Rahmen
CHF 4'065'000
Laufzeit
01.05.2005-31.10.2012
Kontakt Abteilung Westafrika
Koordinationsbüro
Cotonou/Benin
cotonou@sdc.net
LARES:
lares@intnet.bj
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