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In Laos sind sich die staatlichen Behörden und die nichtstaatlichen Organisationen zunehmend der strategischen Rolle bewusst, welche die Agrarunternehmen und die Märkte für
die lokale Wirtschaftsentwicklung spielen. Ihnen fehlt es jedoch häufig am erforderlichen Know-how. Das Projekt zur Förderung von kleinen Landwirtschaftsbetrieben im Hochland (SADU) stellt die
erforderlichen Kenntnisse und Instrumente zur Verfügung.
In abgelegenen Gebieten im Hochland von Laos, wo der Zugang zum Markt erschwert ist, stellt die Armutsreduktion eine grosse Herausforderung dar. Die Förderung von Agrarunternehmen
kann einen Beitrag zur Armutsminderung leisten, sei es durch eine Erhöhung und Diversifizierung der Einkommen, eine Verbesserung des Marktzugangs und der Produktqualität, eine Steigerung des
Mehrwerts von Rohprodukten oder durch den Aufbau von Dienstleistungsunternehmen. Im Vordergrund des SADU-Ansatzes stehen die Beteiligung der Bauern, gezielte Initiativen, die Verbreitung von
erfolgreichen Vorhaben und guten Praktiken.
Besserer Marktzugang für Bauern
Ziel des SADU-Projekts ist die Förderung von Agrarunternehmen durch eine Erleichterung des Zugangs von Kleinbauern zu den Märkten. Partnerinstitutionen erhalten Instrumente, Methoden und Know-how, um
dieses Ziel zu erreichen. Im Rahmen dieses Projekts wurde ein Prozess zur Förderung von Agrarunternehmen (AEDP) entwickelt. Er besteht aus verschiedenen partizipativen Evaluationsinstrumenten wie dem
«Rapid Market Mapping» und dem «Participatory Market Chain Survey», die es den Bauern und Unternehmen ermöglichen, Marktchancen zu identifizieren. Zentral in diesem Prozess sind die Foren der
«Stakeholder Chain Analysis», in denen Marktinterventionen mit den Partnern und Bauern geplant und Marktverbindungen errichtet werden.
Der AEDP-Prozess identifizierte ein viel versprechendes Marktpotenzial für Nutztiere (Rinder, Schweine, Geflügel), Mais, Erdnüsse und Früchte. Gegenwärtig wird das Marktpotenzial für Waldtee
evaluiert. In Vietnam fördert der gleiche Prozess den Marktzugang für Rinder, Maniok, Mais, Brunnenkresse, Bambus und Bananen.
Fairness und Transparenz
In
Laos ist die Produktion von Gütern für den Markt nach wie vor relativ neu. Das SADU-Projekt unterstützt die Bauern bei der Herstellung von Kontakten zu den Marktbetreibern und der Ausarbeitung von
effizienten, transparenten und auf den Grundsätzen des fairen Handels beruhenden Bedingungen. Das Projekt ist ebenfalls bestrebt, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen. So konnte beispielsweise bei
einem Vorhaben erfolgreich die Zahl der Checkpoints reduziert werden und dadurch auch der administrative Aufwand für die Vermarktung von Rindern, der der Ausfuhr dieser Ware nach Vietnam im Weg
stand. Die Behörden in den betroffenen Provinzen reduzierten die Checkpoints auf ein Minimum, passten die administrativen Abläufe an und betreiben heute eine einzige Stelle für den Export von Rindern
nach Vietnam. Das Projekt hat also auch gute Praktiken angestossen, die zu einer Verbesserung der landwirtschaftlichen Bedingungen der Bauern beitrugen.
Das Projektdesign ermöglicht eine Institutionalisierung des Prozesses zur Förderung von Agrarunternehmen auf lokaler, Bezirks , Provinz und Landesebene. Die Projektpartner – «National Agriculture and
Forestry Extension Services» (NAFES) und «National Agriculture and Forestry Research Institute» (NAFRI) – diskutieren die Ergebnisse der SADU-Umsetzung direkt mit dem Land und
Forstwirtschaftsministerium. Auf diese Weise fliessen die Projektergebnisse in die nationale Politik ein. Auf Provinz und Distriktebene hat das SADU-Projekt ein Forum für den Austausch und für
gemeinsames Lernen eingerichtet, das zu einer Verbreitung der Ergebnisse und zur Umsetzung von Vorhaben in den Distrikten und Provinzen beiträgt.
Transition verbunden mit Herausforderungen
Der Übergang von traditionellen, produktorientieren Initiativen zu marktorientierten Aktivitäten und Innovationen stellt eine Herausforderung dar. SADU bietet hier einen neuen Ansatz. Während in Laos
die Vermarktung von landwirtschaftlichen Gütern eine noch neue Entwicklung darstellt, werden bereits rasche und umfassende Fortschritte beobachtet, die auf ausländische Direktinvestitionen
zurückgehen. Für die Kleinbauern im Hochland von Laos, die nach wie vor in grossem Masse von der Subsistenzwirtschaft abhängig sind, stellt der Übergang zu marktorientierten Produktionssystemen eine
erhebliche Herausforderung dar.
Nicht nur den Kleinbauern fehlt es an Erfahrungen und Kompetenzen, um sich in einem marktorientierten System zu bewegen. Dies gilt auch für die Regierungsstellen und den Privatsektor (Händler, lokale
Verarbeiter usw.). Sie alle müssen Kompetenzen aufbauen, um sich auf dem Markt zu behaupten. Die Regierungsstellen suchen nach einer geeigneten Rolle in einem rasch wachsenden Wettbewerbsumfeld. Der
Staatsapparat, der bisher vor allem auf Kontrolle und weniger auf die Förderung des Handels setzte, steht in einer Übergangsphase. Die staatlichen Politiken, aber auch die Haltung und der
Wissensstand der Beamten werden hinterfragt.
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Das Projekt in Kürze
Bereich
Regionale Zusammenarbeit
Land/Region Laos
Thema Ernährungssicherheit
Partner
Projekt zur Förderung von kleinen Landwirtschaftsbetrieben im Hochland von Laos (SADU)
Ziel des Projektes
Verbesserung der Existenzgrundlage von kleinen landwirtschaftlichen Familienbetrieben in abgelegenen Hochlandregionen im Norden Laos durch effizientere Marktstrukturen und Absatzwege
Zielgruppe
Bevölkerung in abgelegenen Hochlandregionen und ethnische Minderheiten
Finanzieller Rahmen
Budget: rund CHF 5 000 000 bis 2010
Laufzeit 2003-2013 Anfänglich ein Regionalprogramm: seit 2005 ein besonderer Fokus auf Aktivitäten in Laos
Kontakt Kooperationsbüro
Laos 
DEZA, Abteilung Ostasien
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